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Wie macht man ein richtig gutes Lagerfeuer

Lagerfeuer – ein Hauch von Abenteuer
Das richtig blasen lässt ein tolles Feuer entstehen

Was für unsere Vorfahren selbstverständlich war, ist heute durch Gesetze und Verordnungen fast aus unserem Leben verschwunden. Doch die Faszination für das Feuer ist geblieben. Ein Lagerfeuer zieht uns magisch an, vermittelt ein Gefühl von Freiheit und wilder Romantik, lässt die Verbundenheit zur Natur in seiner ursprünglichen Art erahnen. Am Lagerfeuer vergisst man die Hektik des Alltags, Zeit wird bedeutungslos.
Am offenen Feuer in der Natur zu sitzen, ist nicht nur ein sommerliches Vergnügen. Wie vor tausenden von Jahren lässt sich das zu jeder Jahreszeit bewerkstelligen.

Den Feuerteufel zähmen

Am Lagerfeuer kann man nicht nur gemütlich sitzen und sich wärmen. Auch Kochen und Schlafen ist möglich. Dazu sollte man aber wissen, wie die Feuerstelle für den jeweiligen Zweck anzulegen ist und welches Holz sich am besten dafür eignet. Trockenes Holz aufeinanderschichten und anzünden, mag vielleicht für die alljährlichen Hexen- und Sonnenwendfeuer ausreichen. Um ein richtiges Lagerfeuer anzuzünden, ist etwas mehr Wissen erforderlich. Beim Anlegen eines Feuerplatzes sollte man Folgendes beachten:

  • Kein Feuer auf trockenem Moorboden, auf Moos oder Baumwurzeln! Hier kann das Feuer unterirdisch weiter brennen und noch nach Tagen einen Schwelbrand auslösen.
  • Windrichtung beachten! Funkenflug kann entfernte trockene Bäume oder Äste entzünden. Das Feuer vor Wind schützen, um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern.
  • So wenig wie möglich Spuren hinterlassen! Rasen zum Beispiel ausstechen und nach dem Auslöschen des Feuers wieder einsetzen.
  • Sand, Kies oder Erdboden als Untergrund bevorzugen!
  • Auf feuchtem oder nassem Boden zwei, drei Lagen trockene Äste schichten, übriges Holz darauf verteilen und anzünden (Altarfeuer).

Das richtige Feuer für jede Gelegenheit


Jedes Holz erzeugt beim Verbrennen eine eigene Atmosphäre und seine spezielle Lichtqualität. Auch die abgegebene Wärme variiert je nach Art des Holzes.

  • Weichholz (Pappel, Linde, Birke, Kiefer, Fichte) brennt schnell, eignet sich daher zum Anzünden des Feuers und auch zum schnellen Kochen.
  • Hartholz (Eiche, Buche, Esche, Lärche) brennt langsam an, erzeugt dafür eine lang anhaltende Hitze und eine heiße Glut.
  • Nadelholz brennt schnell mit viel Rauch. Es verursacht Funkenflug. Das harzhaltige Holz eignet sich nicht, wenn man am Feuer schlafen will

Zum Entzünden eines Lagerfeuer benötigt man trockenes Material. Die dünne, fast papierne Außenrinde der Birke brennt durch ihren hohen Terpentengehalt sogar bei feuchtem Wetter.
Will man das Feuer ohne Streichholz oder Feuerzeug entfachen, ist Zunder das wichtigste Material.

  • Trockene Grasrispen und Flugsamen von Löwenzahn, Pappel oder Weiden
  • Trockenes Laub und Flechten
  • Dürre Brennesselfasern oder Farnblätter
  • Baumharze und Holzstaub
  • Fäden aus der eigenen Kleidung oder Flusen aus Hosentaschen

eignen sich zum Entzünden des Feuers. Am besten legt man dazu zwei Holzstücke parallel zueinander auf den Boden, darüber ein Reisigbündel und platziert den Zünder darauf. Über den Zunder stellt man dünnes Reisigholz pyramidenförmig auf. So entsteht eine Höhle, die durch Kaminwirkung einen guten Zug zum Entfachen des Feuers schafft. Nach dem Anzünden legt man nach und nach immer dickeres Holz dazu.

Praktische Tipps für die Wildnis

Tier in der Wildnes auf Paarung

Trockenes Holz findet man an Nadelbäumen. Dürres Reisig kann vom Stamm abgebrochen werden. Oft hängt auch totes Holz im Geäst.
Dünne Stücke, sogenannte Lockenstäbchen, lassen sich mit einem Messer herstellen.
Streichhölzer spalten, wenn der Vorrat begrenzt ist. Um das dünne Holz anzuzünden: Streichholz mit Daumen und Mittelfinger unterhalb des Zündkopfes festhalten und Zündkopf mit leichtem Druck des Zeigefingers über die Reibefläche ziehen.
Mit Feuerstein und Stahl lassen sich Funken erzeugen, die den Zunder ebenfalls entzünden können. Schlägt man mit dem Messer darauf und ein großer Funke trifft auf den Zunder, beginnt dieser zu glimmen. Vorsichtig, richtig blasen bis sich eine kleine Flamme zeigt, weiteren Zunder dazugeben und auf die Feuerstelle legen. Funken entstehen auch beim Aneinanderschlagen von Pyrit- oder Quarzsteinen.
Durch eine Lupe, Brillengläser, die Linse von Kamera oder Feldstecher lassen sich Sonnenstrahlen bündeln und damit ebenfalls Zunder zum Glimmen bringen

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